Einrichtung eines eQSO-Gateways

Zunächst sollte man sich überlegen, in welchem Frequenzbereich das Gateway arbeiten soll. 

Hier kommen für den unlizenzierten Betreiber 4 Frequenzbereiche in Betracht:

  • CB-Funk (11m) im Bereich von 27 MHz
  • Freenet (2m) im Bereich von 149 MHz
  • LPD/SDR (70cm) im Bereich von 434 MHz
  • PMR (70cm) im Bereich von 446 MHz

Jeder Frequenzbereich hat seine eigenen Vor- und Nachteile und Ausbreitungsbedingungen.

CB-Funk (11m) liegt im Kurzwellenbereich von 26,5 bis 27,4 MHz. Beim CB-Funk sind Dachantennen erlaubt. Zusammen mit der Ausgangsleistung von 4 Watt und dem Antennengewinn einer 5/8-Stationsantenne lässt sich eine Strahlungsleistung von ca. 10 Watt erzielen. Die Ausbreitung der Bodenwelle lässt somit eine Reichweite von über 100 km erzielen. Jedoch wird die praktisch nutzbare Reichweite stark von dem QRM bestimmt, da die Rauschsperre den einzig limitierende Faktor darstellt, CTCSS gibt es bei CB-Funk nicht. FM-Select oder ASC kann aber eine nützliche Funktion darstellen.

Freenet (2m) liegt im VHF-Bereich und umfasst nur 3 Kanäle von 149,025 bis 149,050 MHz. Außenantennen sind nicht zugelassen. Mit der eingebauten Gummiwendelantenne lässt sich somit nur die maximal zulässige Strahlungsleistung von 0,5 Watt erzielen. Die Ausbreitung im VHF-Bereich erfolgt quasioptisch, so dass der optimierende Faktor lediglich die Höhe über Grund ist. Somit lassen sich Entfernungen bis 20 km überbrücken. Die verfügbaren Freenet-Geräte sind teuer und teilweise ohne CTCSS. Ferner stehen nur drei Kanäle zur Verfügung, was in einem Ballungsraum zu Problemen führen kann, wenn alle drei Kanäle bereits benutzt werden.

LPD/SDR (70cm) im UHF-Bereich im ISM-Band von 433,075 bis 434,775 MHz. Mit der fest eingebauten Antenne lässt sich nur eine Strahlungsleistung von 0,01 Watt (10 mW) erzielen. Die Ausbreitung im UHF-Bereich erfolgt ebenfalls quasioptisch, so dass der optimierende Faktor die Höhe über Grund ist. In dem Frequenzbereich stehen 69 Kanäle zur Verfügung, von denen aber einige durch Fernsteuerungen, Thermometern, Kopfhörern, Babyphonen, etc. belegt sind. Daher ist eine sorgfältige Auswahl der Frequenz nötig. Die LPD-Geräte sind recht billig, aber durch die PMR-Geräte stark verdrängt worden.

PMR (70cm) liegt im UHF-Bereich und umfasst 8 Kanäle von 446,0625 bis 446,9375 MHz. Mit der fest eingebauten Antenne lässt sich eine Strahlungsleistung von 0,5 Watt erzielen. Die Ausbreitung im UHF-Bereich erfolgt wie bei LPD quasioptisch, so dass der optimierende Faktor die Höhe über Grund ist. In dem Frequenzbereich stehen 8 Kanäle zur Verfügung, die keinen anderen Funknutzern zugewiesen sind. Die Frequenz ist um 6,25 kHz gegenüber den üblichen Kanalraster (z.B. Amateurfunk) verschoben, so dass dieser Bereich exklusiv den PMR-Geräten vorbehalten bleibt. Die PMR-Geräte gibt es äußerst günstig, so dass man guten Gewissens ein Gerät auch außen am Masten im geschützten Gehäuse anbringen kann, was die Reichweite enorm verbessert.

 


Vor- und Nachteile gegenübergestellt:

  CB Freenet LPD/SDR PMR
Vorteile: + externe Antenne
+ große Reichweite
+ alte Geräte nutzbar
+ robuste Technik
+ gute Reichweite
+ viele Kanäle (69)
+ 25 kHz-Raster
+ CTCSS
+ sehr günstig
+ große Auswahl
+ CTCSS
Nachteile: - kein CTCSS
- QRM anfällig
- nur 3 Kanäle
- feste Antenne
-
teuer
- viele Nutzer (ISM)
- kleine Reichweite
- feste Antenne
- feste Antenne oder
   feste ext. Antenne

 


Aufbau und Anschluss des Interface:

Um ein Gateway betreiben zu können, ist ein Interface erforderlich. Das Interface verbindet die beiden Geräte PC und Funkgerät miteinander. Dabei wird das hohe NF-Signal des Funkgeräts auf den empfindlichen Eingang der Soundkarte gelegt und umgekehrt das hohe Ausgangssignal der Soundkarte an den empfindlichen Mikrofoneingang des Funkgeräts. Diese Verbindung darf keinesfalls direkt erfolgen, sondern nur über einen Spannungsteiler durch Widerstände.

Dies lässt sich am einfachsten mit zwei 10 kOhm Potis (s. u.) und eine PTT-Steuerung über Transistorschaltung (s. rechts) realisieren.

 

Eine fertige Schaltung findet man beim COM-Port-Keyer (Abb. s. u.) von DF3OJ. Hier sind auch noch Koppelkondensatoren zur Gleichstromtrennung eingefügt. Diese Platine lässt sich fertig aufgebaut bestellen. Sie genügt den einfachen Anforderungen an ein Gateway und ist auch recht günstig.

 

Besser ist natürlich, wenn man noch NF-Übertrager einsetzt, die die beiden Geräte voneinander galvanisch trennen und Kondensatoren, die als Bandpass dienen.

Die PTT-Steuerung kann auch über ein Reed-Relais oder einen Optokoppler realisiert werden. Diese Schaltung kann man auch noch auf einer einfachen Lochrasterplatine aufbauen. Bauzeit ca. eine halbe Stunde.

Ein Voice-over-IP-Interface (Abb. s. u.) ist beschrieben von DC4FS.

 


Einstellen des Interface:

Zunächst einen freien Raum auf dem Server auswählen. Die Softwareregler, bei eQSO Mic und Output (
s. Abb. rechts), und bei der Soundkarte Wave auf Mittelstellung stellen.

Am Funkgerät den Lautstärkeregler zwischen 30 und 50% des Regelwegs (normale Hörlautstärke) einstellen und die Rauschsperre voll aufdrehen, damit es rauscht (freie Frequenz).

Nun das Poti am Interface (NF-Leitung vom Funkgerät zur Soundkarte) so einstellen, dass maximal 7 grüne Balken aufleuchten. Falls das nicht gelingt, mit dem Lautstärkeregler am Funkgerät etwas nachregeln.
Ein roter Balken darf nicht aufleuchten!

Jetzt ist das Gateway so eingestellt, dass selbst sehr laute Signale wie das Rauschen nicht übersteuern. Der Feinabgleich kann nun mit dem Softwareregler in eQSO erfolgen. Die ALC kann nun eingeschaltet werden. Ein Nachregeln der ALC kann noch zu einer leichten Reduzierung der Pegeleinstellung führen, das ist normal.

 

Danach einen belegten Raum wählen (z.B. 446GERMAN) und das Ausgangssignal (NF-Leitung von der Soundkarte zum Funkgerät) per Poti so einstellen, dass über einen Empfänger das ausgesandte Signal in ausreichender Lautstärke und unverzerrt abgestrahlt wird. Diese Einstellung ist unproblematischer, da man das Ergebnis ja immer selbst hört.

 

Zum Schluss ist noch die VOX einzurichten, nämlich die Ansprechschwelle (Vox) und die Abschaltschwelle (Silence Level).
Zunächst ist der VOX-Regler so einzustellen, dass die Empfindlichkeit möglichst groß ist, also der Regler so weit wie möglich nach unten geschoben wird (
unter 10% des Regelvolumens), ohne dass das Gateway ins Internet sendet. Sollte dies nicht möglich sein, so ist die Lautstärke des Rauschens bei geschlossener Rauschsperre zu hoch. Das Bild oben zeigt den optimalen Bereich grün, den zu vermeidenden Bereich rot.

Danach ist der Regler "Silence Level" so weit wie möglich nach links zu schieben. Nun in einem freien Raum Rauschsperre des Funkgeräts öffnen (Achtung, kein roter Balken leuchtet!) und Rauschsperre wieder schließen.
Wenn die VOX weiter sendet (
blauer Hintergrund), den Silence-Regler langsam in kleinen Schritten nach rechts schieben bis die
VOX aufhört zu senden. Regler so stehen lassen (
unter 10% des Regelwegs).

Durch mehrfaches Öffnen und Schließen der Rauschsperre die Funktion kontrollieren und evtl. korrigieren. Diese Einstellung im Gatewaybetrieb noch einige Zeit beobachten und dabei den Lautstärkeregler am Funkgerät nicht verändern.

So ist der Silence-Level richtig eingestellt. Nun wird die VOX während der Übertragung eines Funkteilnehmers auch in den Sprechpausen nicht mehr abfallen.

Damit das Gateway nicht nach dem Empfang eines Signals nachtastet, ist insbesondere bei CB-Gateways der Wert des "Squelch Settling" auf 1000 ms zu stellen. Sollte das nicht reichen, do kann der Wert bedenkenlos auf 2000 ms erhöht werden.

 


Einstellen des CB-Gateway-Funkgeräts:

Da CB-Funkgeräte kein CTCSS besitzen, ist es wichtig, dass die Rauschsperre entsprechend hoch eingestellt wird, dass ein erhöhter Rauschpegel oder kleinere Störungen nicht sofort die Rauschsperre öffnen. Wenn ASC (Automatic Squelch Control) oder FM-Selekt vorhanden ist, dann sollte es eingesetzt werden. Es vermindert zumindest die Störwahrscheinlichkeit bei Fremdmodulation (SSB, AM).

Die Rauschsperre muss natürlich immer den entsprechenden Gegebenheiten angepasst werden. Bei Bandöffnungen oder atmosphärischen Störungen ist die Rauschsperre entsprechend hoch einzustellen.

Falls ein Modulationsregler oder Schalter verfügbar ist auf dunklere Modulation stellen. Zu helle Modulation wird bei Voice-over-IP leicht zum "Knirschen", die Verständlichkeit sinkt.

 


Betriebstechnik:

Internetteilnehmer sollten mindestens 5, HF-User 3 Sekunde Pause nach jedem Durchgang lassen, bevor sie antworten.
Das Mikrofon sollte gezielt mit Nennung des Namens weitergereicht werden, um Dopplungen zu vermeiden.

Um sich in ein bestehendes Gespräch hinein zu melden, gleich nach dem Sendungsende kurz das eigene Rufzeichen oder den Namen nennen und warten, bis man angesprochen wird. So vermeidet man die Unterbrechung des Gesprächs und die Gesprächsteilnehmer wissen gleich, wer sich in die Runde hineinmeldet.

Verstärkermikrofone sind über das Gateway nicht oder nur zurückgeregelt zu benutzen. Das Nutzsignal wird sonst zu stark komprimiert, die Dynamik leidet darunter. Am besten ist ein von 0 bis 100 % Pegel erzeugtes Signal (100% Dynamik). Verstärkermikrofone liefern meist einen Pegel von 70 bis 100 %, da auch Nebengeräusche mitverstärkt werden, also nur 30 % Dynamik. In SSB evtl. von Vorteil, da hierüber auch die Ausgangsleistung steigt, in FM aber nicht von Vorteil. Ein Originalmikrofon liefert ein besseres Ergebnis und klarere Verständlichkeit.

 

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